Sie wandern in die Türkei aus und fragen sich, ob Ihr Auto mitkommen kann? Ja, aber nur auf Zeit. Mit deutschem Kennzeichen dürfen Sie Ihr Auto ohne türkische Aufenthaltserlaubnis höchstens 90 Tage in der Türkei fahren. Mit Aufenthaltserlaubnis sind es bis zu 730 Tage, also rund zwei Jahre. Danach muss das Auto wieder raus. Eine dauerhafte Einfuhr ist wegen der hohen Steuern meist sehr teuer. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Fristen gelten, was in Deutschland zu erledigen ist und wann sich Abmelden und Verkaufen mehr lohnt.

Wie lange darf ein deutsches Auto in der Türkei bleiben?

Das Auswärtige Amt nennt zwei Fälle:

  • Ohne Aufenthaltserlaubnis: höchstens 90 Tage. Diese Frist gilt für Sie und für Ihr vorübergehend eingeführtes Auto.
  • Mit türkischer Aufenthaltserlaubnis (İkamet): so lange, wie die Aufenthaltskarte gültig ist, höchstens aber 730 Tage.
  • Ab wann: Gerechnet wird ab der Einreise. Lassen Sie sich beim Zoll sagen, bis wann das Auto spätestens wieder ausgeführt sein muss.

Wer die Frist überschreitet, riskiert hohe Zollabgaben, die oft über dem Wert des Autos liegen, und ein Strafverfahren. Wenn Sie die Türkei ohne das Auto verlassen, müssen Sie es vorher beim Zoll melden (Formular „EK 7“) oder gegen Gebühr beim Zollamt abstellen.

Was in Deutschland erledigt sein muss

Bei der vorübergehenden Einfuhr bleibt Ihr Auto ein deutsches Auto. Das heißt:

  • Das Auto bleibt in Deutschland zugelassen und haftpflichtversichert, Kfz-Steuer und Versicherung laufen weiter.
  • Die Grüne Karte muss die Türkei abdecken. Prüfen Sie, ob auch der asiatische Teil eingeschlossen ist, und fragen Sie sonst vor der Reise bei Ihrer Versicherung nach.
  • Fährt jemand anderes als der Halter, braucht er eine beglaubigte Vollmacht des Halters.
  • Die Hauptuntersuchung wird weiter fällig. Planen Sie ein, dass das Auto dafür in der Regel nach Deutschland muss.
  • Die Zulassung ist an einen Wohnsitz in Deutschland gebunden. Wer sich in Deutschland komplett abmeldet, sollte vorher klären, wie es mit dem Auto weitergeht.

Warum Autos in der Türkei so teuer sind

Viele überlegen, das Auto einfach in der Türkei anzumelden. Das scheitert meist am Preis. Auf Autos fällt in der Türkei eine Sonderverbrauchssteuer an, die ÖTV. Sie richtet sich nach Hubraum und Wert und kann bei Verbrennern bis zu 220 Prozent erreichen. Dazu kommen 20 Prozent Mehrwertsteuer und jährliche Kfz-Steuern. Deshalb kosten Autos in der Türkei oft deutlich mehr als dasselbe Modell in Deutschland, und ein Gebrauchtwagen aus Deutschland lässt sich als Privatperson kaum günstig dauerhaft einführen.

Für bestimmte Gruppen gibt es eigene Regeln, zum Beispiel türkische Sonderkennzeichen für ausländische Rentner, Menschen mit Arbeitserlaubnis oder ehemalige türkische Staatsangehörige mit Mavi Kart. Ob das für Sie passt, klären Sie am besten vor dem Umzug mit dem türkischen Zoll.

Ihre drei Möglichkeiten beim Auswandern

1. Auto mitnehmen, auf Zeit. Sinnvoll, wenn Sie in den ersten ein bis zwei Jahren mobil sein wollen und das Auto danach zurückbringen oder in Deutschland verkaufen. Zulassung und Versicherung in Deutschland bleiben bestehen.

2. Auto in Deutschland verkaufen und abmelden. Für viele die einfachste Lösung: Sie verkaufen das Auto vor dem Umzug, melden es ab und kaufen in der Türkei ein Auto vor Ort. Die Abmeldung in Berlin übernehmen wir für Sie, siehe Auto verkauft: abmelden in Berlin und Fahrzeug abmelden Berlin.

3. Auto mit Ausfuhrkennzeichen überführen. Wenn das Auto Deutschland endgültig verlässt, zum Beispiel für einen Verkauf ins Ausland, gibt es das Ausfuhr- oder Zollkennzeichen. Klären Sie vorher, wie lange das Zielland solche Kennzeichen akzeptiert. Mehr dazu unter Zollkennzeichen Berlin.

Sind Sie schon unterwegs, wenn die Abmeldung ansteht? Dann geht es auch per Vollmacht: Jemand gibt uns die Unterlagen, wir erledigen den Rest. Hat sich Ihre Adresse vorher noch geändert, hilft unser Ratgeber zur Adressänderung nach Umzug.

Auswandern in die Türkei: Hilfe vor Ort

Das Auto ist nur ein Teil des Umzugs. Für Wohnung oder Haus, Steuernummer, Bankkonto, Aufenthaltserlaubnis und Behördengänge in der Türkei empfehlen wir Türkei Hauskaufen: Hilfe beim Auswandern, auf Deutsch und von der Wohnungssuche bis zur Anmeldung vor Ort. Wie das Leben in der Türkei wirklich aussieht, zeigt Alpa Abi auf alpa-abi.com.

Häufige Fragen

Wie lange darf ich mein deutsches Auto in der Türkei behalten?

Ohne türkische Aufenthaltserlaubnis höchstens 90 Tage, genauso lange wie Sie selbst. Mit Aufenthaltserlaubnis richtet sich die Frist nach dem Eintrag in der Aufenthaltskarte, höchstens aber 730 Tage, also rund zwei Jahre. Der Zoll vermerkt bei der Einreise, bis wann das Auto wieder ausgeführt sein muss.

Muss das Auto in Deutschland angemeldet bleiben?

Ja. Bei der vorübergehenden Einfuhr fährt das Auto mit deutschem Kennzeichen. Es muss in Deutschland zugelassen und haftpflichtversichert bleiben, die Grüne Karte muss die Türkei abdecken, am besten auch den asiatischen Teil.

Was passiert, wenn ich die Frist überschreite?

Dann drohen hohe Zollabgaben, die laut Auswärtigem Amt oft über dem Wert des Autos liegen, und ein Strafverfahren. Das Auto muss vorher ausgeführt oder beim Zoll ordnungsgemäß abgestellt werden.

Warum sind Autos in der Türkei so teuer?

Auf Autos fällt in der Türkei eine Sonderverbrauchssteuer (ÖTV) an, die je nach Hubraum und Wert bei Verbrennern bis zu 220 Prozent erreichen kann, dazu 20 Prozent Mehrwertsteuer. Deshalb kosten vergleichbare Autos dort oft deutlich mehr als in Deutschland.

Kann ich mein Auto vor dem Umzug abmelden lassen, ohne selbst zur Zulassungsstelle zu gehen?

Ja. In Berlin übernehmen wir die Abmeldung mit Hol- und Bringservice, auch per Vollmacht, wenn Sie selbst schon unterwegs sind. Sie zahlen erst bei Rückgabe der Unterlagen, keine Vorkasse.

Quelle für Fristen und Zollregeln: Auswärtiges Amt, Vertretungen in der Türkei (Stand Oktober 2026). Regeln können sich ändern, prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Stand beim türkischen Zoll.